1 Meile = 1,609 km
1 Gallone = ca. 3,7 Liter
68 Fahrenheit = 20 Grad
Einreise
Eines haben wir auf dieser Reise auf jeden Fall gelernt: Gib niemals "unknown" bei der Adresse im Einreiseformular an ... Wir haben diesen Fauxpas nämlich begangen, was zu einer ca. dreiviertelstündigen Befragung durch einen Polizeibeamten am Flughafen geführt hat. Herausgekommen ist dabei nichts, schließlich hatten wir ja sämtliche Unterlagen für die Flüge, das Mietauto und die Hotels in Mexiko und New York, aber die Amis wollen ganz genau wissen, was man in ihrem Land macht und wohin man fährt. Man sollte also auf jeden Fall eine Adresse angeben, auch wenn man dort gar nicht länger bleibt.
Und was bei der Einreise noch zu bedenken ist: Wenn man befragt wird, fragen sie auch, ob man schon einmal in Amerika war. In ihrem System scheint das auch auf, allerdings führt es zu Verwirrung, wenn man geheiratet und den Namen geändert hat. Dann wird man gleich noch einmal so lange befragt, schließlich könnte es ja sein, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht ... Sehr anstrengend!
Mietwagen
Für eine längere Rundreise sollte man einen SUV oder zumindest ein etwas größeres Auto wählen. Gerade bei langen Autofahrten ist das einfach bequemer, außerdem bringt man dann auch das Gepäck gut unter. Noch dazu sollte man bedenken, dass man vielleicht mal im Auto schlafen wird, dann ist mehr Platz auch eindeutig von Vorteil. Auch ein Wagen mit Automatik und Tempomat ist günstig. Aufpassen muss man, dass man einen zusätzlichen Fahrer dabei hat, sodass man sich abwechseln kann, und dass man eine freie Kilometeranzahl dabeihat - immerhin sind wir um die 8.000 Kilometer gefahren, hier nicht Aufpreis zahlen zu müssen, bietet sich verständlicherweise an.
Navigation
Für eine Rundreise sollte man dann einige Hinweise beachten. Es bietet sich sehr an, ein Offline-Navigationssystem zu verwenden, denn gerade am Land hat man sehr oft keinen Handy- oder Internetempfang.
Strom
Abgesehen davon, dass man für Amerika einen eigenen Stromadapter braucht, sollte man auch bedenken, dass man bei einer Mietwagen-Rundreise die meiste Zeit im Auto verbringt. Hier kann man den Zigarettenanzünder günstigerweise als Stromlieferant verwenden, wenn man einen entsprechenden Adapter mitnimmt, auch ein USB-Adapter für den Zigarettenanzünder oder ein Adapter für einen Mehrfachverteiler bieten sich an, um Handys, Laptop und sonstige benötigte Geräte während der Fahrt zu laden.
Zahlungsverkehr
In Amerika bezahlt man hauptsächlich mit Kreditkarte, und zwar schon die kleinen Beträge im Supermarkt. Manchmal ist dafür der PIN notwendig, meistens jedoch nicht. Manchmal muss man nicht einmal die Rechnung unterschreiben, während sie manchmal auch die ID-Karte (Personalausweis oder Reisepass) kontrollieren. Achtung, die Preise sind immer ohne Steuer angeschrieben, man muss also bedenken, dass man im Endeffekt etwas mehr bezahlt, als auf dem Preisschild steht! Die Steuer variiert je nach Bundesstaat von 5% bis 14% ... Man gewöhnt sich daran.
Tanken
Vor allem an unbesetzten Automatik-Tankstellen ist die Kreditkarte ein gutes Hilfsmittel, da man dort ohnehin nicht bar bezahlen kann. Manchmal muss man seine Postleitzahl (ZIP-Code) eingeben, bevor man tanken darf, wir haben hier immer die einzige Nummer, die wir wussten, eingetippt, 90001 für Los Angeles. Manchmal steht dann allerdings als Antwort "see cashier", warum, haben wir niemals herausgefunden, aber in einem solchen Fall muss der Kassier die Tanksäule erst freischalten. Überhaupt ist das Tanksystem manchmal ein wenig anders als bei uns, indem man beispielsweise einen Hebel an der Zapfsäule nach oben drücken muss, bevor der Sprit läuft, wir haben uns hier nicht immer ausgekannt - aber die Menschen, die man dort so antrifft, waren immer total freundlich und haben uns jedes Mal weitergeholfen! Der Sprit in Amerika ist übrigens deutlich billiger als bei uns (Stand August 2016), man bezahlt zwischen 2,00$ und 4,00$ pro Gallone (wobei 4,00$ wirklich nur in den Nationalparks oder so verlangt wird, wenn es die einzige Tankstelle weit und breit ist, die verlangen kann, was sie will). Für einmal Volltanken bei unserem SUV haben wir durchschnittlich um die 28$ bezahlt.
Unterkünfte
Wir sind anfangs immer auf gut Glück losgefahren - zwar hatten wir unseren Plan, wohin wir wollten, aber wir haben uns vorher meistens nicht überlegt, bis wohin wir genau pro Tag fahren werden, sondern nur, wann wir bei der nächsten Sehenswürdigkeit ankommen wollen. Das hat den Vorteil, dass man ohne vorreserviertes Hotel so weit fahren kann, wie man eben schafft, und wenn man weiter kommt als erwartet, ist es praktisch für die Fahrt am nächsten Tag, gerade bei weiten Strecken. Der Nachteil ist natürlich, dass man vielleicht irgendwo landet und nicht mehr fahren will oder kann, wo es weit und breit kein Hotel gibt oder wo es so teuer ist, dass man lieber im Auto schläft. Daher haben wir mit der Zeit festgestellt, dass es praktisch ist, am selben Tag untertags ein Hotel für den Abend zu reservieren (Hotel ist eigentlich übertrieben, meistens waren es "Inns"). Dann hat man schon eine Vorstellung, wie weit man in etwa kommt, und man hat eine fixe Unterkunft und muss nicht erst suchen. Wir haben das meistens dann in einem Starbucks gemacht, weil dort immer free W-Lan zur Verfügung gestellt wird und wir unterwegs sonst kein Internet hatten. Die Hotels haben wir über booking.com reserviert, wobei wir meistens geschaut haben, ob dort free W-Lan inkludiert ist.
Unterwegs
Wenn man in Amerika fährt, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man wirklich meilenweit durch die Gegend fährt, ohne auf das geringste Anzeichen von Zivilisation zu stoßen. Dort ist oft wirklich weit und breit einfach nichts außer Gegend, kein Mensch wohnt dort - daher gibt es auch keine Ansiedlung, Übernachtungsmöglichkeit oder Tankstelle in der Umgebung. Uns ist es nicht selten passiert, dass wir auf Straßenschilder gestoßen sind, die uns darauf hingewiesen haben, dass die nächste Tankstelle 170 Meilen entfernt ist (das sind über 270 Kilometer, also fast so, als wenn man von Wien nach Salzburg ohne Tankstelle fährt!). Wenn man da nicht rechtzeitig vollgetankt hat, hat man wirklich ein Problem.
Die Straßenverhältnisse sind auch nicht gerade das, was man von der Heimat kennt - erstens sind die Straßen wie ihre Landesgrenzen scheinbar mit dem Lineal gezogen und wirklich meilenweit schnurgerade (die 170 Meilen kann man fast zur Gänze geradeaus sehen, wenn nicht ein paar Hügel dazwischen wären ...), zweitens haben die Amerikaner die Angewohnheit, ihre Untergründe nicht zu begradigen. Wenn der Untergrund bucklig ist, dann ist auch die Straße bucklig, da wird nicht eingeebnet. Das führt stellenweise zu unglaublichen Fahrverhältnissen wie auf der Fun-Schipiste mit Sprungschanzen, was nicht immer angenehm ist. Auch schlechte Bodenbeläge oder Löcher werden kaum ausgebessert, da steht dann eher ein Schild, das vor Schlaglöchern warnt ...
Obwohl diese ewig langen geraden Straßen das Land zieren, wird mit Tempolimits aber nicht gespart. Meistens darf man am Land auf den einspurigen Straßen nur 60 Meilen (ca. 100 km/h) schnell fahren, zwar eh wie bei uns, aber wenn man 100 Meilen weit sieht und es nur gerade ist, ist es etwas langweilig, nicht schneller unterwegs zu sein.
Annual pass
Für die Nationalparks in Amerika gibt es den Annual pass, dabei handelt es sich um einen Jahrespass für Nationalparks. Er heißt auch "America the Beautiful". Die meisten Parks, die wir besucht haben, waren darin inkludiert, ein Pass gilt für zwei Personen. Man kann ihn vorher online kaufen oder auch vor Ort in den dazugehörigen Nationalparks, er kostet 80$, dafür erspart man sich dann überall den Eintritt in den Park, und ab 4 besuchten Nationalparks zahlt sich der Pass schon aus. Außerdem gibt es bei vielfrequentierten Parks sogar manchmal eine eigene Schlange für Annual-pass-Inhaber, weil das viel schneller geht - zwar wird der Pass mit einer dazugehörigen ID-Karte meistens kontrolliert, aber das ist schnell erledigt. Den Erwerb des Passes kann man auf jeden Fall nur empfehlen!
Mineralwasser
Es gibt in Amerika fast nirgendwo sparkling water. Dort wird scheinbar nur pures Wasser ohne Kohlensäure getrunken - wenn man das nicht gewohnt ist, sollte man sich darauf einstellen. :)
Unterwegs in Mexiko
In Mexiko spricht so gut wie niemand Englisch. Wenn man dann aber selbst kein Spanisch spricht, wird es relativ schwierig - wir haben es zwar trotzdem irgendwie geschafft, aber das ist schon mühsam.
Auf den Straßen gibt es relativ viele Polizeikontrollen, wir sind gleich am ersten Tag aufgehalten und kontrolliert worden. Dabei ist es ein sehr großer Vorteil, gleich zu erwähnen, dass man Europäer (und nicht Amerikaner) ist, denn zu den Amerikanern haben die Mexikaner wohl kein besonders gutes Verhältnis, und als wir "Americano?" gefragt wurden und mit "Europeo!" geantwortet haben, sind wir gleich weitergewunken worden.
Die Straßenverhältnisse in Mexiko sind auf den Autobahnen sehr gut, diese zahlt man aber an mehreren Mautstellen extra - das zahlt sich aber auch wirklich aus, nicht nur wegen den Straßenverhältnissen, sondern auch, weil man sich dann das Durchtuckern durch die einzelnen Ortschaften erspart. In den Ortschaften selbst sind die Straßen nicht wirklich besonders gut, eher durchlöchert und in schlechtem Zustand.
An Tempolimits hält sich dort niemand, außerdem wird man ständig bei jeder Gelegenheit angehupt. Das Fahren ist ein wildes Chaos, verboten scheint hier nichts zu sein, bei einer vielbefahrenen Querstraße fährt man einfach mal auf gut Glück rein und bringt alle anderen zum Stehen, wenn man sie queren will, anstatt zu warten ... Auch mit Bodenmarkierungen haben sie es dort nicht so, sodass wir manchmal nicht herausgefunden haben, wie viele Spuren die von uns befahrene Straße eigentlich gerade hat ... Sehr abenteuerlich jedenfalls!
Insgesamt kann man also sagen, gute Vorbereitung ist für eine Rundreise nicht schlecht!